Abbatiale Bellelay

Eine ausserordentliche Architektur

Die Kirche wurde zwischen 1708 und 1714 auf Grund der Pläne von Franz Beer, der unter anderen auch die Kirchen von St. Urban (LU) und von Rheinau (ZH) errichtet hatte, neu aufgebaut. Der untere Teil des Südturmes war einst Teil des Turmes der romanischen Kirche (12. Jahrhundert) und später der gotischen Kirche (anfangs des 16. Jahrhunderts), welche dem heutigen barocken Bau voraus gegangen sind. Das Heiligtum von Bellelay ist der westlichste Vertreter der nach dem Vorarlberger Schema gebauten Kirchen.

Innenbereich: Saalkirche unter einem Tonnengewölbe, Altare zwischen den Wandpfeilern, Emporen auf drei Seiten. Das Kirchenschiff ist in drei breite, der Chor in drei schmalere Gewölbeabschnitte aufgeteilt. Fenster mit Rundbogen auf den Galerien, Flachbogenfenster in den seitlichen Kapellen. Bedeutende Barocke Dekoration: von Handwerkern aus Wessobrunn ausgeführte korinthische Pilaster und Stuckarbeiten. Chorgitter Louis XIV, Humbert Bacon zugewiesen. Die Altare wurden von der alten Kirche von Vicques zurückerhalten, nachdem das Mobiliar der alten Abteikirche nach der Säkularisierung unter dem Französischen Regime an verschiedene Kirchen verteilt wurde.

Die Klostergebäude bilden mit der Kirche ein Viereck. Sie wurden zwischen 1728 und 1738 nach dem Modell von St. Urban erbaut. Dazu gehören ca. 80 Räume, wovon ein «pied-à-terre» für den Fürstbischof, ein Theater, eine Bibliothek, einen Empfangssaal, ein Spital und Bäder.

Der äussere Aspekt wurde durch den Anbau von Gebäuden der Klinik im Osten, sowie durch Abbrüche und den Bau der Strasse im Westen, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wesentlich verändert.  Das Hôtel de l’Ours, ehemalige Gasthaus der Abtei, stammt aus dem 17. Jahrhundert.